Große Resonanz auf Sommer-Versammlung

Große Resonanz auf Sommer-Versammlung

Mehr als 30 Personen waren am Mittwoch (10.07.2019) zur außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins entschieden. Die Mobilisierung hat geklappt, und der Weg für eine satzungsgemäße Kontrolle des Vorstands wurde somit auch gefunden.

„Für 40 Dörfer im Umkreis und insgesamt rund 250.000 Menschen, die dort leben, betreiben wir im Norden und im Süden von Kabul je eine Poliklinik“, berichtet Naim Ziayee auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Afghanischen Kinderhilfe Deutschland e.V. Der Vorstandsvorsitzende fasste für die mehr als 30 teilnehmenden Mitglieder noch einmal kurz zusammen, was der Verein seit seiner Gründung kontinuierlich aufgebaut hat: Die beiden Kliniken versorgen 90.000 Patienten jährlich, meist Frauen und Kinder. Innere Medizin, eine Chirurgie, eine Impfstation, eine gut ausgestattete Diagnostik, eine Apotheke und ein Labor – all das findet sich unter den Dächern der beiden Kliniken. Eine Grundversorgung ist damit möglich. Für die Behandlung bezahlen die Patienten lediglich eine kleine Gebühr. „Die Behandlung bei uns kostet damit einen Bruchteil dessen, was ein niedergelassener Arzt in Rechnung stellen würde“, so Ziayee.

Der Bericht machte noch einmal deutlich, wie punktgenau die Arbeit des Vereins vor Ort wirkt. Und damit war auf der außerordentlichen Versammlung schnell ein durchgehendes Stimmungsbild gefestigt: Es lohnt sich zu spenden, es lohnt sich, sich für den Verein und die Menschen in Kabul zu engagieren. So fiel dann auch die Entscheidung über eine mögliche Neuausrichtung des Vorstandes leicht: Die Idee, ihm ein zusätzliches Aufsichtsgremium zur Seite zu stellen, wurde nicht weiter verfolgt. Einstimmig sprach sich die Versammlung dafür aus, alles beim Alten zu belassen, weil die bisherige Arbeit sehr gut gelaufen sei.

Die Diskussion war aufgekommen, weil zuweilen bei den Mitgliederversammlungen mehr Vorstands- als „einfache“ Vereinsmitglieder vertreten waren. Eine klare Kontrolle des Vorstands sei so nicht gegeben, mahnte das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI), das die Zertifizierung für die Gemeinnützigkeit ausstellt. Das wichtigste Ergebnis der Sitzung: Die Mitglieder wollen sich zukünftig zur Jahreshauptversammlung in größerer Zahl einfinden, damit das erforderliche Verhältnis garantiert wird. Und gegebenenfalls kann – ohne Satzungsänderung – die Zahl der Beisitzer im künftigen Vorstand reduziert werden.

Und über noch ein Projekt wurde berichtet: Mittlerweile werden 280 Mädchen an der Schule der Afghanischen Kinderhilfe Deutschland e.V. unterrichtet. Englisch und Computer-Ausbildung gehören zu dem Lehr-Angebot, zum anderen Nähen und Sticken – und das besonders für Mädchen, die keine Schulbildung haben und nicht schreiben können. Am Ende der Ausbildung bekommen sie die Nähmaschinen geschenkt und können ein kleines Gewerbe aufbauen und so zum Einkommen der Familie beitragen.

Die Betreuung der Aktivitäten in Kabul erfolgt komplett ehrenamtlich. Alle in in allem war es eine positive Bilanz, die auf der Mitgliederversammlung gezogen werden konnte.